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Klinik für Geburtshilfe

Klinik für Geburtshilfe

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Wir sind immer für Sie da!
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Klinik für Geburtshilfe

#reifeleistung: Hattrick!
#reifeleistung: Hattrick!

»Wenn Träume Hand und Fuß bekommen und aus Wünschen Leben wird, dann kann man wohl von einem Wunder sprechen.«

 

Klinik für Geburtshilfe

Mauerstraße 5
06110 Halle (Saale)

Chefarztsekretariat

Katrin Fabian und Uta Drese

(0345) 213-4341(0345) 213-4342fug​@krankenhaus-halle-saale.de

KreißSaal

(0345) 213-4420

Pränataldiagnostik/Ultraschall

In der Ambulanz der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und auch im
MVZ Elisabeth ambulant GmbH werden umfängliche Möglichkeiten der Pränataldiagnostik (PND) – Untersuchungen vor der Geburt –  angeboten.

Neben der Ultraschalldiagnostik sind Untersuchungen kindlicher Merkmale im mütterlichen Blut sowie die Untersuchungen von kindlichen Chromosomen - gewonnen aus Fruchtwasser oder Plazenta – die drei Hauptsäulen der pränatalen Diagnostik.

Die in unserem Haus verfügbaren Methoden sind unten genannt und erläutert.

Eine Übersicht aller Möglichkeiten ist im Flyer „Pränataldiagnostik – Beratung, Methoden und Hilfen“ der BZGA zusammengestellt:
Deutsche Version / Englische Version / Französische Version

„Pränataldiagnostik“ ist der Oberbegriff für verschiedene Untersuchungsverfahren, mit denen besonders qualifizierte Ärzte sich von der gesunden und zeitgerechten Entwicklung des ungeborenen Kindes überzeugen können. Das eine Schwangerschaft problemlos verläuft, ist zwar die berechtigte Erwartung und Hoffnung, doch keine Selbstverständlichkeit. So sind Eltern auch erst nach einem vorliegenden unauffälligen Untersuchungsbefund beruhigt und voller Zuversicht.

Im Ergebnis der Untersuchungen werden manchmal aber auch Entwicklungsstörungen und Fehlbildungen festgestellt. Ziel der frühzeitigen Erkennung von Problemen ist die bereits vorgeburtliche medizinische Hilfe für das Kind. Dies beinhaltet die Planung des optimalen Geburtszeitpunktes, Geburtsortes und die Vorbereitung einer bestmöglichen Erstversorgung für das Kind. Doch bei manchen Erkrankungen ist keine vorgeburtliche Hilfe möglich. Das Wissen verunsichert, beunruhigt und die weitere Schwangerschaft wird von Sorgen überschattet. Möglicherweise kommt bei den werdenden Eltern sogar die Überlegung auf, ob unter diesen Umständen die Schwangerschaft noch fortgesetzt werden soll.

Die Möglichkeiten der modernen Pränataldiagnostik sind segensreich und können helfen Gesundheitsprobleme des Kindes abzuwenden oder zu mildern. Doch sollte die Inanspruchnahme wohlüberlegt und nach guter Beratung erfolgen. Die Ärzte müssen Ihnen alle modernen Möglichkeiten anbieten und erläutern, denn „Sie haben das Recht auf Wissen“. Sie können sich entscheiden, welchen Umfang der Diagnostik Sie in Anspruch nehmen, denn „Sie haben auch das Recht auf Nichtwissen“. Insbesondere wenn keine erhöhten Wahrscheinlichkeiten für Probleme vorliegen, sollte sich jede Schwangere im Vorfeld mit dem Für und Wider einer erweiterten Pränataldiagnostik und deren mögliche Konsequenzen auseinandersetzen.
Ein unauffälliger Befund kann eine angeborene körperliche Fehlbildung oder geistige Behinderung auch nicht ausschließen. Nur ein Teil möglicher Erkrankungen ist vor der Geburt erkennbar. Auch ist beim Ultraschall die Erkennungsrate von den individuellen Untersuchungsbedingungen u.a. von der Lage des Kindes, der Fruchtwassermenge, der Schwangerschaftswoche und nicht zuletzt von der mütterlichen Bauchwanddicke abhängig.

Welche Erkrankungen können erkannt werden? Lesen Sie hierzu die Informationen von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Wenn bei Ihrem Kind eine geistige oder körperliche Fehlentwicklung vermutete wird, so werden Sie bei uns von einem Team von Ärzten der entsprechenden Fachrichtungen und einer Psychologin beraten. Hier finden Sie eine Übersicht unserer internen und externen Kooperationspartner.

Auch der Kontakt zu Selbsthilfegruppen und staatlichen Beratungsstellen kann von uns vermittelt werden. Grundsatz unserer Beratung ist die Anerkennung des "Rechtes auf Leben" auch bei vorgeburtlich diagnostizierter schwerer unheilbarer Fehlbildung oder Erkrankung. Dennoch klären wir über die gesetzlichen Grundlagen für einen Abbruch der Schwangerschaft auf und vermitteln Sie zu entsprechenden Beratungsstellen.

Im Zusammenhang mit der Beratung erhalten Sie von uns die Broschüre „Besondere Umstände – Informationen nach einem auffälligen pränataldiagnostischen Befund“, welche Sie hier​​​​​​​ einsehen können.

Weitere Informationen finden Sie bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Leben mit Behinderung)

Methoden & Umfang

Wann: Laut Mutterschaftsrichtlinien in der 9.-12., 19.-22. und 29.-32. Schwangerschaftswoche.
Wie: Ultraschalluntersuchung
Was: Beurteilung der regelrechte Lage des Kindes, seiner Größenentwicklung und die Lage des Mutterkuchens. Auch einige besonders schwerwiegende Fehlbildungen müssen im Rahmen der Basisdiagnostik ausgeschlossen werden können.

Diese Basisuntersuchungen können von den meisten Frauenärzten durchgeführt werden.

Wann: in der 11.-14. vollendeten Schwangerschaftswoche
Wie: Ultraschalluntersuchung in der Regel vom Bauch aus - evtl. mit Vaginalultraschall - kombiniert mit einer Blutuntersuchung
Wozu: Zum Abschätzen des Risikos einer genetischen Störung (z.B. Trisomie) lässt sich mit Hilfe von differenzierter Ultraschalldiagnostik (Messung der Nackenfalte, des Nasenbeins und von kindlichen Blutflüssen) und der Bestimmung zweier kindlicher Hormonwerte mütterlichen Blut (ß-HCG und PAPP-A) eine statistische Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Chromosomenstörung errechnen.

Ist die Wahrscheinlichkeit einer möglichen chromosomalen Erkrankung hoch, können nach ausführlicher Beratung weitere Untersuchungen veranlasst werden.

Wann: bei auffälligen Befunden in der Routineuntersuchung (medizinische Notwendigkeit) oder auf Wunsch der Frau (dann sind die Kosten selbst zu tragen), Frühe Feindiagnostik ab 12 vollendeten Schwangerschaftswochen, ideal 19-21 Wochen
Wie: differenzierte Ultraschalluntersuchung
Was: Ein für die differenzierte Ultraschalluntersuchung speziell qualifizierter Untersucher (Qualifikationsnachweis durch die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin, Stufe II) beurteilt das Kind sehr detailliert mit hierfür besonders geeigneter Ultraschalltechnik. So können zahlreiche Fehlentwicklungen oder Fehlbildungen ausgeschlossen werden. Ebenso wird auf Hinweiszeichen für Chromosomenstörungen geachtet. Aber auch die mütterliche Gesundheit ist im Focus der Untersuchung, um die Schwangerschaft und Geburt so sicher wie möglich zu begleiten.

Wann: in der 10.-12. Schwangerschaftswoche
Wie: Punktion des Mutterkuchens unter Ultraschallsicht mit einer Hohlnadel und Entnahme winziger Gewebsfragmente (Chorionzotten).
Risiko: Methodenbedingtes Fehlgeburtsrisiko 0,2 – 0,5%
Wozu: Chorionzotten sind Anteile des Mutterkuchens und bestehen aus Zellen des Kindes. Aus diesen Zellen sind die Erbträger (Chromosomen) isolierbar. Diese Chromosomen können hinsichtlich Anzahl und Struktur und dem Aufbau der DNA untersucht werden. Bestimmte Erkrankung können somit ausgeschlossen oder erkannt werden.
Hinweis: Selten kann durch die Punktion keine ausreichende Menge an Chorionzotten gewonnen werden. Selten ist der Chromosomenbefund in den Chorionzotten abweichend von dem des Kindes.

Weiterführende Informationen: Die Plazenta-Punktion

Wann: ab der 15. vollendeten Schwangerschaftswoche
Wie: Entnahme vom 15-20 ml Fruchtwasser unter Ultraschallsicht mit einer Hohlnadel
Risiko: Methodenbedingtes Fehlgeburtsrisiko 0,2%
Wozu: Im Fruchtwasser sind Zellen des Kindes enthalten. Diese können im Labor vermehrt werden. Aus diesen Zellen sind die Erbträger (Chromosomen) isolierbar. Diese Chromosomen können hinsichtlich Anzahl und Struktur und dem Aufbau der DNA untersucht werden. Bestimmte Erkrankung können somit ausgeschlossen oder erkannt werden.
Hinweis: Selten kann durch die Punktion keine ausreichende Menge an Fruchtwasser gewonnen werden bzw. die Zellzahl im Fruchtwasser ist für die Analyse nicht ausreichend.

Weiterführende Informationen: Die Fruchtwasser-Untersuchung

Wann: ab 2. Hälfte der Schwangerschaft, spezielle Untersuchungen aber auch in der 11.-13. Schwangerschaftswoche
Wie: Ultraschalluntersuchung
Was: Mit moderner Ultraschalltechnik wird der Blutfluss in Gefäßen der Mutter (Gebärmutterarterien), der Nabelschnur (Nabelschnurgefäße) und in verschiedenen Gefäßen des ungeborenen Kindes untersucht. Die Dopplersonographie ist keine Routineuntersuchung. Sie kommt zur Anwendung bei auffälligen Befunden (z.B. bei Minderwachstum des Kindes, verminderter Fruchtwassermenge oder Auffälligkeiten der kindlichen Herzfrequenz), bei mütterlichem Risiko für Bluthochdruck oder bei Risiken aus vorangegangenen Schwangerschaften.

Wann: bei auffälligen Befunden in der Routineuntersuchung
Wie: Ultraschalluntersuchung
Was: Die Echokardiographie ist eine spezielle Ultraschalluntersuchung des Herzens. Dabei werden Funktionen am Herz des ungeborenen Kindes überprüft, welche noch über das Maß einer Feinsonographie hinausgehen.

Kurse vor der Geburt

Aquagymnastik

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weitere Kursangebote der Physiotherapie

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Hypnobirthing

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Geburtsvorbereitungskurse

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Bodycopy: Ein Bauch für alle Zeiten

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Veranstaltungen

Probleme und Risikoschwangerschaft

Als Perinatalzentrum betreuen wir zu einer großen Zahl Frauen, denen das Glück einer gesunden Schwangerschaft und ein gesundes Kind geschenkt ist. Leider ist dieses Glück nicht allen werdenden Familien gegeben. Diesen Schwangeren und Neugeborenen möchten wir neben unserer besonderen Zuwendung auch unser besonderes Können und unsere besonderen Erfahrungen widmen.

Werdende Mütter mit Schwangerschaftskomplikationen sowie Mütter mit Frühgeburten werden bei uns intensiv psychologisch begleitet.

Nur ca. 3 % aller Kinder werden am errechneten Entbindungstermin geboren, fast jedes 3. Kind lässt länger auf sich warten - und das wohlbemerkt nicht nur die Mädchen, wie der Volksmund behauptet. Eine Überschreitung des Entbindungstermins ist somit ganz normal und natürlich. Oft sind auch nur "Verrechnungen" beim festgelegten Entbindungstermin ursächlich.

Da jedoch in großen Studien nachweislich das Risiko von akuten kindlichen Komplikationen bei einer Terminüberschreitung von mehr als 1 bis 2 Wochen steigt, empfehlen wir nach 10 Tagen die stationäre Aufnahme zur Einleitung der Geburt. Bis dahin wird Ihre Frauenärztin/Ihr Frauenarzt CTG-Kontrollen und Beurteilungen der Fruchtwassermenge mittels Ultraschall veranlassen.

Ca. 5 % aller Kinder liegen zum Zeitpunkt des Geburtsbeginns mit dem Po nach unten, d.h. in sogenannter Beckenendlage. Die Entbindung aus Beckenendlage kann sowohl auf natürlichem Weg als auch durch einen Kaiserschnitt erfolgen. Nach Prüfung der notwendigen Voraussetzungen, wie normalgroßes mütterliches Becken, normalgroßes Kind und andere Faktoren, bieten wir auch Erstgebärenden die Möglichkeit der natürlichen Entbindung bei Beckenendlage an.

Eine Alternative kann der Versuch der sogenannten "äußeren Wendung" des Kindes aus Beckenendlage in Schädellage darstellen. Hierbei wird durch äußerliche Handgriffe der Steiß des Kindes aus dem Becken geschoben und der kindliche Kopf nach unten geleitet. Optimaler Zeitpunkt hierfür ist die 37. Schwangerschaftswoche. Da die Methode Risiken birgt, wird Sie nur bei optimalen Voraussetzungen und für den Fall von Komplikationen in Kaiserschnittbereitschaft durchgeführt.

Die Geburt sollte bei Beckenendlage genau geplant und die Alternativen zwischen natürlicher und operativer Entbindung geprüft werden. Hierzu bitten wir Sie in der ca. 36. SSW um Vorstellung in unserer Ambulanz zur Geburtsplanung (Tel. 0345/213-4680). Eine Überweisung hierzu stellt Ihnen Ihr Frauenarzt aus.

Der Inhalt des "Standard-Beckenendlagengesprächs" unserer Klinik haben wir in einem "Informationsblatt Beckenendlage" zusammengestellt. Ebenso haben wir für Sie eine "Informationsblatt zur äußeren Wendung" erarbeitet.

Mehrlingsschwangerschaften sind selten. Statistisch kommt auf 85 Geburten eine Zwillingsschwangerschaft und auf 85 x 85 (= 7.225) Geburten eine Drillingsschwangerschaft. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Anzahl an Mehrlingsschwangerschaften, vor allem auch durch Hormonbehandlungen bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch, mehr als verdoppelt (derzeit ca. 4% aller Geburten in Deutschland).

Mehrlingsschwangerschaften tragen durch die verstärkte Belastung des mütterlichen Körpers ein deutlich erhöhtes Frühgeburtsrisiko, aber auch kindliche Wachstumsstörungen sind häufiger zu beobachten. Ein erfahrener Frauenarzt sollte daher die Mehrlingsschwangerschaft betreuen und überwachen. Aber auch die Entbindung von Mehrlingen erfordert besondere geburtshilfliche Erfahrungen. Diese ist in einer Geburtsklinik mit angeschlossener Kinderklinik empfohlen.

In unserem Perinatalzentrum werden jährlich ca. 40 Frauen (2% aller Geburten) von Mehrlingen entbunden. Von diesen kommen über 30% der Kinder auf natürlichem Weg zur Welt.

Bei unkomplizierter Zwillingsschwangerschaft erfolgt die Entbindung meist nach 38 vollendeten Schwangerschaftswochen. Ob eine normale Geburt möglich ist oder ein Kaiserschnitt sicherer ist, wird in Abhängigkeit von der Entwicklung und der Lage der Kinder entschieden. Drillingsschwangerschaften werden meist um die 35. Schwangerschaftswoche und immer durch Kaiserschnitt beendet.

Wir empfehlen Frauen mit Mehrlingsschwangerschaften eine Vorstellung zur Geburtsplanung in der 34. bis 36. Schwangerschaftswoche. Ihr Frauenarzt wird Ihnen hierzu eine Überweisung ausstellen.

Der Schwangerschaftsdiabetes, auch als Gestationsdiabetes (GDM) bezeichnet, ist gekennzeichnet durch einen hohen Blutzuckerspiegel während der Schwangerschaft und definiert als eine erstmals in der Schwangerschaft diagnostizierte Glukosetoleranzstörung.

Damit ist er zu unterscheiden von einem manifestem Diabetes mellitus (Typ 1 und Typ 2- Diabetes), an welchem Frauen bereits vor der Schwangerschaft erkrankt waren.

Im Perinatalzentrum unserer Klinik werden schwerpunktmäßig Schwangere mit dieser Stoffwechselstörung behandelt.

Für eine optimale Betreuung arbeiten wir eng mit der diabetologischen Abteilung unseres Krankenhauses St. Elisabeth und St. Barbara zusammen, welche seit 2006 als Schwerpunkt „Behandlungseinrichtung für Typ 1- und Typ 2- Diabetes (Stufe 1)“ anerkannt ist.

Für weiterführende Informationen zum Thema „Diabetes in der Schwangerschaft“ empfehlen wir folgende Internetseiten:

Diabetes und Schwangerschaft

Schwangerschaftsdiabetes

Diagnostik und Therapie des Schwangerschaftsdiabetes

Kolostrumgewinnung
Neugeborene diabetischer Mütter (Diabetes mellitus oder Gestationsdiabetes) haben ein erhöhtes Risiko einer Unterzuckerung innerhalb der ersten Lebensstunde und sollten deshalb bereits 30 Minuten nach der Geburt die erste Muttermilch (Kolostrum) erhalten. Die meisten Neugeborenen sind aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht bereit, an der Brust zu trinken.

Die Gewinnung dieser wertvollen Vormilch schon zum Ende der Schwangerschaft ist deshalb zu empfehlen.
Ausführliche Informationen finden Sie hier>> und für eine individuelle Beratung stehen Ihnen unsere Laktationsberaterinnen gern zur Seite.

Schwangerschaftsinduzierter Bluthochdruck/ Hypertonie (SIH)

Bei der SIH handelt es sich um einen in der Schwangerschaft auftretenden, wiederholt erhöhten Blutdruck, welcher vor der Schwangerschaft noch nicht bestand. Insgesamt treten bei 6-8% aller Schwangeren dauerhaft erhöhte Blutdruckwerte im Verlauf der Schwangerschaft auf.
Erreicht der Blutdruck wiederholt Werte um 160/100mmHg, so müssen meist blutdrucksenkende Medikamente eingenommen werden. Bleibt ein erhöhter Blutdruck unbehandelt, kann dies in der Schwangerschaft neben einem irreversiblen Gefäßschaden der Mutter (Langzeitfolge Schlaganfall!) auch zu einer verminderten Sauer- und Nährstoffversorgung des ungeborenen Kindes sowie zur Entstehung einer Präeklampsie führen.
Wird ein erhöhter Blutdruck in der Schwangerschaft optimal behandelt, kann nach Beendigung der Schwangerschaft und Normalisierung des Blutdruckes auf eine weitere Medikation meist verzichtet werden.

Präeklampsie

Die Präeklampsie kann in Folge einer SIH oder eines bereits vor der Schwangerschaft bestehenden Bluthochdruckes (sog. Pfropf-Präeklampsie) entstehen. Insgesamt erkranken durchschnittlich 2 von 100 Schwangeren in ihrer Schwangerschaft an einer Präeklampsie. Frauen mit bereits vorbestehendem Bluthochdruck entwickeln in 25% eine Pfropf-Präeklampsie.
Gekennzeichnet ist die Präeklampsie durch hohe Blutdruckwerte (in schweren Fällen >160/110mmHg), die in der Folge zu Funktionsstörungen der Leber und den Nieren führen. Dadurch kommt es zu einer vermehrten Ausscheidung von Eiweißen über die Nieren (Proteinurie). Aufgrund des entstehenden Eiweißmangels leiden die Patientinnen zunehmend unter Ödemen (Wassereinlagerungen), die zuerst an den Extremitäten und später auch im Gesicht und am Rumpf auftreten können. Typische Symptome sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Oberbauchschmerzen und Augenflimmern.

Eklampsie

Eine der gefürchtetsten Komplikationen einer Präeklampsie stellt der eklamptische Krampfanfall dar. Da dieser für Mutter und Kind eine lebensgefährliche Situation darstellt, sind eine effektive Blutdrucksenkung sowie bei schwerer Präeklampsie eine Anfallsprophylaxe und letztlich die Entbindung (spontan oder per Kaiserschnitt) die Behandlungsmittel der Wahl.

HELLP - Syndrom
(engl. für haemolysis, elevated liver enzyme levels, low platelet counts)

Neben der Präeklampsie gehört das HELLP-Syndrom zu den gefährlichsten Folgeerkrankungen aufgrund von erhöhtem Blutdruck in der Schwangerschaft.
In Folge von wiederholt erhöhtem, unbehandeltem oder nicht-kontrollierbarem Bluthochdruck kann es bei den schwangeren Patientinnen in sehr seltenen Fällen zum Abfall von Blutplättchen sowie zum Anstieg von Leberproteinen kommen, welche Anzeichen einer schweren Gefäß-, Gerinnungs- und Leberstörung sind. Zudem kommt es zum Zerfall von roten Blutkörperchen.
Dies kann die Patientin vor allem durch einen zunehmenden, rechtsseitigen Oberbauchschmerz in Folge einer Leberkapselspannung fühlen.
Da in der Folge eines HELLP-Syndroms auch ein eklamptischer Krampfanfall auftreten kann, wird diese Erkrankung fast genauso wie die Präeklampsie behandelt.
Ziel ist auch hier, die Schwangerschaft bei drohender Frühgeburtlichkeit, solang wie keine akute Gefährdung für das mütterliche und kindliche Wohl besteht, zu verlängern.
Die wichtigste Therapie besteht jedoch in der Senkung des mütterlichen Blutdruckes, um ein rasches Voranschreiten der Erkrankung zu verhindern und Zeit zu gewinnen.

Wir entbinden in unserem Perinatalzentrum zahlreiche Frauen mit einer Epilepsie. Dabei ist eine enge Zusammenarbeit von Frauenärzten, Anästhesisten und Kinderärzten erforderlich. Konsiliarisch arbeiten wir mit der Klinik für Neurologie des Krankenhauses Martha-Maria GmbH Halle-Dölau eng zusammen.

WARNUNG: Sollten Sie medikamentös mit Valorinsäure (Valporat) eingestellt sein, so muss dieses Präparat sofort bei Feststellung der Schwangerschaft durch den behandelnden Arzt abgesetzt werden. Diese Medikament schädigt das Kind. Es muss eine Umstellung auf schwangerschgaftsverträgliche Antiepileptika erfolgen. Am besten erfolgt diese Umstellung bereits bei Kinderwunsch - also vor Eintritt der Schwangerschaft.

Frauen, die wegen einer Epilepsie Medikamente einnehmen, empfehlen wir eine Einbindung in das Europäische Schwangerschaftsregister (EURAP). Hier werden Schwangerschafts- und Geburtsverläufe anonym erfasst, um den Kenntnisstand über den Einfluss von Antiepileptika zu verbessern. Frauen im Programm profitieren von einer optimalen Beratung und aus den Erfahrungen der bereits zahlreichen ausgewerteten Daten. Das Perinatalzentrum des Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle ist ein bei der EURAP registriertes Studienzentrum.

Ausführliche Informationen zum Thema Epilepsie und Schwangerschaft finden Sie in der von der der Dt. Gesellschaft für Epileptologie e.V. zusammengestellten Broschüre.

Definition/Häufigkeiten

Im Normalfall beträgt die Schwangerschaftsdauer 40 Wochen, doch nur 3 % der Kinder werden am Tag des berechneten Entbindungstermins geboren. 7 % aller Kinder werden vor 37 Schwangerschaftswochen geboren und gelten damit als Frühgeborenes.

Ursachen von Frühgeburten

Die Ursachen von Frühgeburten sind sehr vielfältig. Etwa 1/3 aller Frühgeburten sind Folge vorzeitig einsetzender Wehen. 2/3 der Frühgeburten gehen ein vorzeitiger Blasensprung oder mütterliche Erkrankungen voraus, die eine vorzeitige Entbindung medizinisch erforderlich machen. Dabei ist die Entstehung von vorzeitigen Wehen oder eines vorzeitigen Blasensprungs nicht immer ursächlich klärbar. Man weiß jedoch, dass mehrheitlich bakterielle Infektionen der Scheide und des Gebärmutterhalses hierfür verantwortlich sind. Leider gibt es aber auch Frauen, bei denen es wiederholt zu Fehl- und Frühgeburten kommt, ohne dass jemals eine Ursache dafür gefunden werden kann. So ist z.B. die Entstehung einer Gebärmutterhalsschwäche (Zervixinsuffizienz) noch weitestgehend ungeklärt.

Maßnahmen zur Vermeidung um eine Frühgeburt sind:

  • kein Zigarettenkonsum
  • kein Alkohol
  • kein Drogenkonsum
  • Vermeidung von chronischem Stress
  • geregelter Tagesablauf, ausreichende Schlaf- und Erholungsphasen
  • ausgeglichene Ernährung
  • regelmäßige Wahrnehmung der Schwangerenvorsorgeuntersuchung

Therapie von Frühgeburten

Dem Arzt stehen verschiedene Möglichkeiten zur Therapie einer drohenden Frühgeburt zur Verfügung, durch die meist eine deutliche Verlängerung der Schwangerschaft möglich wird. Selbst bei einem vorzeitigen Blasensprung vor der 34. Schwangerschaftswoche ist durch eine konsequente Überwachung von Mutter und Kind meist eine Tragzeitverlängerung möglich. Oft ist bei einer drohenden Frühgeburt eine zumindest zeitweise stationäre Behandlung unvermeidbar. Die Anwendung von wehenhemmenden Mitteln stellt meist nur eine Symptombekämpfung dar.
Zunächst gilt es, wenn möglich, die Ursache der drohenden Frühgeburt festzustellen.

Therapeutische Maßnahmen sind u.a.:

  • körperliche Schonung
  • Infektionsdiagnostik/Infektionstherapie
  • Wehenhemmung durch Medikamente
  • Therapie von Erkrankung der Schwangeren, die die Frühgeburtlichkeit bedingen.

Frauen mit drohender oder nicht aufzuhaltender Frühgeburt müssen in einem hierfür spezialisierten Perinatalzentrum betreut werden.

In einem Perinatalzentrum sind Frauenärzte und Frühgeborenenmediziner auf die Therapie bei drohender Frühgeburt, die Entbindung von sehr kleinen Kindern und die Versorgung von frühgeborenen Kindern spezialisiert. Das Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara ist ein solches Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe.

Schwangere in Not

Leider kann nicht jede Frau ihr Kind in einer intakten Familie oder in einem gesicherten Umfeld zur Welt bringen.

Bitte scheuen Sie sich nicht, auch in einer scheinbar ausweglosen Situation den Kontakt zu uns aufzunehmen. Ihre Anfragen werden selbstverständlich streng vertraulich behandelt. Auch eine anonyme Kontaktaufnahme ist möglich.

Das Notfalltelefon des Kreißsaales 0345/213-4420 steht Ihnen rund um die Uhr für Beratung und Hilfe zur Verfügung.

Darüber hinaus bieten Ihnen auch die Mitarbeiter*innen der Schwangerenberatungsstelle der Caritas im Verbund mit dem „Netzwerk Leben" (Tel. 0345/44505155) ein umfangreiches Beratungs- und unter Umständen auch finanzielles Hilfsangebot.

Nach dem Gesetz ist die vertrauliche Geburt eine Entbindung, bei der die Schwangere ihre Identität ausschließlich nur der Beraterin einer anerkannten Beratungsstelle, die keine Mitarbeiterin des Krankenhauses ist, für einen sogenannten Herkunftsnachweis (Vor- und Zuname, Geburtsdatum und derzeitige Anschrift der Schwangeren) offenlegt. Mit 16 Jahren kann Ihr Kind Ihre Identität und damit seine Herkunft erfahren.

Sie können Ihr Kind medizinisch sicher und vertraulich zur Welt bringen und haben die Möglichkeit, sich im Rahmen der Vorsorge bereits in der Schwangerschaft medizinisch begleiten zu lassen. Nach der vertraulichen Geburt werden Sie von einer Beraterin, die an die gesetzliche Schweigepflicht gebunden ist, beraten und begleitet.
Sie geben Ihre Identität nur einmalig gegenüber der Beraterin preis, die Ihre persönlichen Daten aufnimmt und dafür sorgt, dass diese sicher hinterlegt werden.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Anonyme Geburt bedeutet: Sie begeben sich als Schwangere zur Geburt in unsere Klinik und gebären bei uns sicher ihr Kind, ohne Angaben zu ihrer Person machen zu müssen. Dabei bieten wir Ihnen auch an, bereits im Rahmen der Schwangerschaft an der Vorsorge teilzunehmen, was auch zur Sicherheit der Mutter beiträgt.

Das Kind wird nach der Geburt durch Vermittlung der Adoptionsvermittlungsstelle des Jugendamtes 8 Wochen in die Obhut von Pflegeeltern gegeben. So lange haben Sie Zeit zu einer Entscheidung zu finden, ob Sie Hilfs- und Beratungsangebote annehmen und vielleicht ihr Kind doch zu sich nehmen wollen. Diese Möglichkeit besteht übrigens auch über diese 8-Wochen-Frist hinaus, bis das Adoptionsverfahren abgeschlossen ist.

Als eine weitere Möglichkeit, wenn Sie sich nicht in der Lage sehen, das Wohl Ihres Kindes zu sichern, haben wir ein Babynest ("Babyklappe") eingerichtet. Das Babynest sollte der letzte Ausweg sein, denn wir möchten neben dem Wohl des Kindes auch Ihre gesundheitliche Versorgung als Mutter sicherstellen. Dies ist bei einer vertraulichen und einer anonymen Geburt problemlos möglich.

Nehmen Sie unsere Beratungsangebote an! Auch in momentan scheinbar ausweglosen Situationen kann eine Lösung für Sie und Ihr Baby gefunden werden.

Auch wenn Sie ein Kind im Babynest bereits abgelegt haben, können Sie sich dennoch vertrauensvoll und anonym an uns wenden.

Wo ist das Babynest?
Sie finden das Babynest in der Mauerstraße am Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara, zwischen Kirche und Krankenhaus. Ein Schild mit dem Babynest-Symbol weist Ihnen den Weg. Das Babynest ist gut geschützt. Sie können bei der Ablage des Kindes nicht beobachtet werden.

Hilfe und Informationen

Kreißsaal

(rund um die Uhr erreichbar!)

(0345) 213-44 20

SOZIALDIENST / Frühe Hilfen

Angebote sozialer und psychosozialer Unterstützung ab der Geburtsanmeldung

Diana Hofmeister

Mitarbeiterin Sozialdienst (M.mel.)

(0345)-213-4715d.hofmeister​​@krankenhaus-halle-saale.de

Adoptionsvermittlungsstelle des Jugendamtes der Stadt Halle

Radeweller Weg 14
06128 Halle

Nährere Informationen finden Sie hier.

(0345) 221-5933